Kaffeetasse, Laptop und Blogging. Wichtiges Qualitätsmanagment und welche Fehler ich gemacht habe

Meine 4 Fehler in meinem Business

Mein Business? Eindeutig QM, ich liebe und hasse es zugleich. Aber habe in den letzten Jahren echt dazulernen müssen. Hier mal ein Überblick über meine 4 Fehler und was ich daraus gelernt habe….

Qualitätsmanagement ist sowas von einfach

Das dachte ich jedenfalls vor 14 Jahren als ich das erste mal damit in Berührung kam. Es klang doch so toll “QM”, “QM Beauftrage” mein Gott, man ist für etwas verantwortlich. Man hat eine feste Aufgabe. Man verbessert den Alltag! Mit Arbeitsanweisungen und kann auch digital viel abarbeiten, voll mein Ding!
Was ich nicht ahnte, was da für eine Menge an Arbeit drin steckt.
Alles aktuell zu halten oder alles zu überarbeiten.
Denn, in vielen Firmen gibt’s es hierfür wirklich Vollzeitarbeitende Menschen. In einer Zahnarztpraxis mit einem Behandler ist das seltener der Fall. Auch mein Gebiet erstreckt sich oft über alle Bereiche der Praxis, also kein fester “QM Tag oder QM Tage” wo ich mich ins Büro verziehen kann nur um hier was abzuschaffen.
Denn nicht nur die Anweisungen müssen geschrieben werden, auch Materialien geprüft, Sicherheitsdatenblätter beschafft. Weiss jeder wie er damit umzugehen hat? Ist der Hygieneplan aktuell? Weiss die Kollegin auch das dieses Gerät im Moment aus dem Verkehr gezogen worden ist weil es defekt war?
Dass übermorgen die Wartung kommt von der Behandlungseinheit?
Dass wir mittlerweile umgestellt haben bei Material XY

Wieso macht die Kollegin das eigentlich nicht so, wie der Behandler das gerne hätte oder die Anweisung war doch klar?

So ganz nebenbei, und so einfach – ist es im Praxisalltag dann doch nicht.

 

Das macht man mal so “nebenbei”

Ja, das war der Grundgedanke früher “nebenbei” aus der Prophylaxe, Behandlung oder an der Rezeption erstellt man das mal eben, weil die Liste halt fertig werden muss.

Naja, der Gedanke war zwar “Nett” aber umsetzbar nicht. Dann geht’s mal wieder etwas länger, dann klingelt ständig das Telefon oder ein Patient kommt rein. Na, soviel zum “nebenbei” manchmal ist man auch einfach zu K.O um wirklich etwas abarbeiten zu können und dümpelt etwas vor sich hin (das darf es auch mal geben!) Also ausser man sperrt sich bei Literweise Kaffee in ein Büro, schliesst das ab und macht Musik an so das man kein Klopfen hört – kann man das dezent vergessen

Das “QM” ist fertig

Ja diese Vorstellung, voller Triumph lege ich in deiner Teambesprechung das fertige QM vor, alle wissen Bescheid – jeder klatscht. Ich werde mit Sekt beschüttet, das QM Handbuch für die Praxis mit all-inklusiv  ist fertig. Und ich weine Tränen weil ich voller Stolz bin das als endgültiges erst mal fertiges QM vorzuweisen. Wie der Brother-Codex, wie die Bibel – fertig….

 

Zack, da werde ich auch schon wach. Also ich kann aus reinem gewissen sagen, ich mache seit 10 Jahren QM in unserer Praxis. Vergesst es 😀 wir werden niemals fertig!

Wenn ich eine Anweisung fertig habe ist das schon ein persönliches Goal, denn in der Regel verändert sich innerhalb der nächsten 2 Jahre doch etwas, was angepasst werden muss… Achja, und dann gehört es eh mal wieder überarbeitet. Weil man wieder eine neue Kollegin hat und merkt “ehm, o.k., also die Anweisung ist dann doch etwas älter…” das aktualisieren dahingehend ist ja ständig vorhanden und wir werden einfach niemals fertig.

Ich werde mit 80 in Rente gehen und es mitnehmen, vielleicht schaffe ich es dann bei vollem homeoffice (wenn ich noch Lust dazu habe 😉 )

 

Achja, Danach läuft es wie von selbst

Wenn es mal steht, machen alle genau was sie sollen, wollen und möchten. Alle sind zufrieden und hüpfen wie die Gummibärenbande nach unserem QM.

O.k. das war übertrieben ironisch, gebe ich zu. Aber es läuft auch danach nicht einfach so weiter wie es ist. Immer wieder aktualisieren, mit den Mädels aufarbeiten und besprechen. Verinnerlichern – ist hier das Wort. Oder verändern – wenn es nicht gut war.

QM ist ein Prozess, der ständig geupdatet wird und auch einer Verbesserung bedarf wenn es denn notwendig ist.

Ich glaube das war der wichtigste Punkt in meiner beruflichen Laufbahn, sich von diesem fertigen QM zu verabschieden, es als Lebensaufgabe zu sehen und auch entsprechend dafür zu arbeiten.

Es macht mir unheimlich Spass, keine Frage. Ich hätte es gern einfacher. Deswegen arbeite ich gerade an meinem Herzprojekt das QM und Aufgabenmanagment wirklich einfacher zu halten, so das alle damit arbeiten können. Im notfall auszudrucken und vorlegen zu können, wenn es der Kollegin schwer fällt mit den digitalen Medien umzugeben. Mal sehen, ich arbeite weiter daran, gebe aber zu – der Weg ist schon hart und steinig.
Und da bin ich froh, das mein Mann dahinter steht und mich unterstützt. Es einfacher gestalten zu wollen.

Keep it stupid simple

Das sollte im Vordergrund stehen und umsetzbar für die Praxis.
Den Bürokratischen Riesenfisch, haben wir schliesslich schon an so vielen anderen Stellen geangelt, den brauche ich hier nicht noch zusätzlich.

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