Roadtrip to Italy

Roadtrip to Italy

Die Reisevorbereitung war auch sehr intensiv. Mein Mann nutzt Google Maps, diverse Foren und Möglichkeiten nach Campingplätzen und «Spots». Spots sind hierbei eher kein Campingplatz, sondern von Privatleuten Stellplätze, manchmal mit Badezimmer, manchmal mit oder ohne Strom. Kommt halt ganz drauf an. Wir hatten den Camper ja bereits schon früh gebucht, aber wohin sollte es gehen? Die aktuelle Lage war ja schwierig genug, in Quarantäne wollten wir auch nicht unbedingt. Also etwas was befahrbar ist, und bei dem wir auch wieder Rückreisen könnten, wenn etwas wäre. Immerhin haben wir als Familie zu viert noch KEINEN URLAUB gemacht. Entweder war jemand anderes mal dabei, und in ein fremdes Land schon gar nicht. Die Wahl war dann doch auf Italien gefallen. Seit vier Wochen basteln wir an der Route, schreiben für uns auf was wo anzuschauen ist und welche Möglichkeiten wir mit den Kindern haben.

Am 15.08. ist es dann endlich soweit!

Alle sind aufgeregt es geht endlich in den wohlverdienten Urlaub. Bis der Camper beladen ist, beide Kinder eingefangen und angeschnallt sind. Puh  – Endlich geht’s los. 

 

Hier mal ein Link zu unserem Guten Stück : Marco Polo – Travel Home Deluxe

 

Wir stoppen mal in der Schweiz, bei Bern. Aber freie Parkplätze gleich 0. Intelligenterweise wollen wir in eine Tiefgarage. Zwei Meter hoch ist erlaubt – ist unser Camper denn so hoch?  Ich steige aus und schaue ob es passt, aber Glück gehabt. 

 

Wir besichtigen einmal die Strasse rauf und runter. Die Kinder sind völlig überdreht, freuen sich aber auch sehr. Weiter geht’s, wir wollen ja nicht nachts ankommen.

 

Camping du Grand-St-Bernard

Sehr ruhig. Wenig los und erst mal Ravioli und die etwas dickeren Jacken rausgesucht.

Es ist ziemlich kalt hier, also schlafen wir dank Standheizung schon mal gut. Wo war nochmal der dicke Schlafsack? Ja wir müssen uns erst mal einfinden was wo eingepackt ist und wie man es am geschicktesten aufbewahrt. Am nächsten Morgen finden wir einen Spielplatz, in der Gemeinschaftsküche werden die Kids mit dem Tischkicker abgelenkt und zur Weiterfahrt gehts einmal über den Bernadinerpass. Toll, kurvig. Richtiges Roadsurfer feeling. Die Berge sind wahnsinnig schön.
Ein Stop am Gipfel, samt Shooting.

 

Nächster Stop : Italien – Viareggio   Boscoverde Campingplatz 

Der Platz der Italiener. Ab und an Kinderdisco, großer Spielplatz mit Trampolin und Markt zum Einkaufen. Kaum ein Deutscher, aber mit Englisch kommt man gut hin. Sehr warm, achja… die Stechmücken freuen sich auch erst mal. Mein Mann nennt jetzt das Anti-Mücken-Spray «Eau De Camping» 
Das Meer in einem Kilometer fußläufig erreichbar. Aber das machen wir erst am zweiten Tag. Mein Mann betitelt die Wellen als «Milde Atlantik Wellen » die Kinder spielen dort so gerne! Heiße 31 Grad , am Meer aber aus haltbar. Hier fällt man als Nicht-Italiener auf. Jedoch finden die Kids immer Möglichkeiten zum toben. Der Spielplatz ist 30 Meter weg und platzen vor Stolz als wir Sie «alleine» losschicken. Es läuft gut. Wir schießen tausend Fotos und genießen das tolle Wetter.

Wir werden beim umbauen und wieder packen immer besser, jeder weiß jetzt welcher Handgriff wo zu machen ist, jeder hat ohne Absprache die gleichen Aufgaben. Wir werden mittlerweile richtig gut. Innerhalb 1 Stunde ist alles aufgebaut und wieder abgebaut zur Weiterfahrt.

 

Nach fünf Nächten reisen wir weiter in die Toskana. Aber ein Abstecher nach  Pisa  muss sein. Zumindest einmal posen alle vor dem schiefen Turm. Dann quält der Hunger, in einer Seitengasse ein Restaurant mit freiem Tisch entdeckt, erst mal Pizza für die Kids und Papa. Ich gönne mir Ravioli mit Salbei. Ein Traum.

 

 

Bibbiena : Birrificio Agricolo La Campana d’Oro

Eine Toskanische Brauerei, ja nicht nur Wein, auch Bier können sie – die Italiener 🙂 Der schönste Platz. Sehr abgelegen in den Weinbergen, campen wir zwischen Olivenbäumchen. Top Service. Abends sehr gutes Essen und wir machen eine Bierprobe mit. Hier kommen wir noch mal her. Am nächsten Tag besuchen wir den Poppi Zoo. Wir sind fast traurig das wir weg müssen. Abends ist es schön ruhig. Die Gastgeber unheimlich hilfsbereit. Das Bier kommt auf die Bestellliste für Weihnachten, denn online kann dies ebenfalls bestellt werden. Von der jetzigen Erfahrung her sind es generell eher die Jungen die gut englisch sprechen. Vielleicht spreche ich dann ab sofort nur noch jüngeren Italiener an 😀

Und weiter gehts Richtung San Marino, über Ravenna weiter nördlich. Bin ich froh das mein Mann fährt – so haarnadelige kurven, auf und ab. Oje, echt hart für Fahrer und Mitfahrer. Linus und Mama wird etwas übel, aber bald geschafft. Aussicht? So wunderschön kann Italien auf dem Landweg sein. Die Landschaft, die Dörfer, die wechselnde Umgebung. Phantastisch. Ich versuche das Gefühl und die Aussicht in Bildern aus dem Bus raus einzufangen. Von superhoch und Bergig, bis es Richtung Venetien wieder ganz flach wird. Sonnig mit 30 Grad, teilweise 34 Grad. Klimaanlage sei dank eine sehr entspannte Fahrt.

 

Cavallino : Camping Klaus

200 Meter zum Strand. Meine Jungs meckern, wo sind die Wellen? Wie ein Babybecken im Vergleich zum letzten Strand. Aber Felsen zum klettern und sogar Krebse werden von uns entdeckt. 
Die Muscheln zum sammeln sind hier allerdings viel schöner. Richtig touristisch, viel Animation und Parks in der Umgebung.  Am zweiten Tag Regen, und nur 23 Grad, daher statt Meer heute Spielplatz und sogar mit «Jäckchen». Das ist bisher auch eine totale Ausnahme. Wir ruhen etwas im Camper schauen gemeinsam noch einen Film, planen später etwas einzukaufen. Endlich teste ich die Waschmaschine auf dem Campingplatz – dafür hatte ich (trotz so langer Reise bis hier) zu wenig Wäsche!  Der Duft von frisch gewaschener Wäsche ist wie zu Hause. Ausserdem sind die zwei jüngsten eigentlich ganz lieb. Wir lernen eine ganz liebe Familie aus Augsburg kennen, die Kids fetzen gemeinsam über den Spielplatz und wir verabreden uns am Strand (und reiten ein Einhorn 😉 )  sowie am letzten gemeinsamen Abend auf der Terrasse zum gemeinsamen Pizza essen. Nummern werden getauscht, ich hoffe man trifft sich irgendwann wieder. Denn am Abreisetag sind die Jungs tieftraurig und wollen sich auf jeden Fall besuchen.

 

 

Venedig – die Stadt im Wasser

Ich konnte mich nicht mehr erinnern, wie es das letzte mal hier war. Immerhin war ich noch sehr klein. Die Tauben, ja aber sonst?! Wir wollen einen kleinen Abstecher machen, Stundenlang hier bleiben ging nicht. Aber mal Rialto-Brücke und Markusplatz anschauen. Es war erstaunlicherweise wunderschön. Es hatte morgens noch am Campingplatz geregnet, aber in Venedig – sehr warm und Sonnenschein.

Mit «unserer Maschine» direkt hingefahren und geparkt, Parkplatz und dann mit dem «Busboot» und Tagesticket (Erwachsene kosten übrigens 20 Euro. Die Kids sind unter 6 und kosten nichts.) 
Boot fahren ist toll, die Jungs ganz irritiert und endlich die erste Gondel. Oje, Windeln für den kleinen vergessen im Auto. Mein Mann frägt nach einem Supermarkt. Also einmal aussteigen und DM Windeln gekauft, schnell auf dem Rucksack in einer ruhigen Ecke gewickelt. Wir halten an der Rialtobrücke für das erste Eis. Laufen bis Markusplatz durch die tollen Gassen. Viel Glitzer, teure Mode und viele Muranoglas Figuren. Die zwei wollen Tauben fangen und am allerliebsten alle Figuren kaufen. Wir kommen kaum voran, weil jedes Schaufenster ausgiebig inspiziert werden muss.
Mittags Pizza auf auf Hand, wir sitzen auf einer Treppe und begeben uns zurück mit dem Boot zum Parkplatz. Nochmal Eis und Espresso für die Eltern und weiter fahren. Die Kids schlafen prompt ein, zu viele Eindrücke.

Bagnone: Casa de Lupo

Camping in den Weinbergen : zurück in die Toskana. Wie zu Beginn schon, wieder back to basic. Wir kommen allerdings sehr spät an. Keine große Zeit zum umbauen, Kinder sind müde und wir nächtigen auf dem schnell zugewiesenen Platz. Sehr gastfreundlich, trotz zu später Ankunft. Das Navi hatte uns  locker um mindestens eine Stunde verfahren. Eine kleine private Azienda und der Gastgeber Wolfgang war sehr nett und sehr bemüht das es uns gut geht. Auch der familiäre Besuch mit Kleinkind helfen immerzu bei Fragen, und die Kinder planschen im Garten in einem kleinen Planschbecken. Herrlich kühle Nacht und tagsüber sonnig mit 26 Grad. Es ist mit Ausblick auf Cinque Terre sehr schön, hier wollen wir auch nochmal her kommen wenn es die Möglichkeiten zu lassen. 

Wir laufen mal runter nach Bagnone, schauen uns «das Castello» an, den Eselpfad ins Dorf und kaufen zwei – drei Dinge ein. Das richtige Ende für den Urlaub, entstressend, entspannt und doch noch Italian-Flair.

 

 

Way Back Home after 14 Days

Heimfahrt. 11 Stunden samt Pausen. Aber mein Traum mal selbst durch den Gotthard fahren wird nichts wegen Stau. ABER es lohnt sich. Ich fahre sowieso schon 2-3 Stunden am Stück, also wechseln wir und mein Mann fährt weiter (Gott sei dank…ich wäre auf der folgenden Passage gestorben beim fahren) Es geht hoch hinaus über den Gotthard Pass!  Die schönste Fahr-Tour neben dem Bernadiner Pass und Ravenna. So langsam kommt bei mir das «Zu Hause» Gefühl. Vorher noch 30 Grad und nach dem Gotthard nur noch 13 Grad mit Regen. Aber ich bin  voller Vorfreude. Noch nie war ich so lange so weit weg von Zu Hause.

Und abends endlich gegen 22.30 Uhr etwa, kommen wir zu Hause an. Etwas erschöpft, aber alle freuen sich. Es gibt nochmal ein paar schnelle Nudeln, ganz einfach mit etwas Pesto. Die Kids sind so k.o. und bespielen alle Spielsachen als wären sie wie neu. Schlafen dann kaum im Schlafanzug schon ein. Wir trinken gemeinsam noch einen Schluck Italienischen Wein, lassen den Urlaub bereits Revue passieren. Aber hier ist es so regnerisch und kalt. Es wäre eine Option für 2-3 Tage hier zu bleiben und dann nach Wäsche neu sortieren und neu packen los zu fahren ans nächste oder eher «Neue» Ziel. Dieses Roadsurfer Feeling könnte schön was für uns sein. 

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Mein Fazit

Genialer Urlaub. Man erlebt auf dem Landweg die Menschen und das Land ganz anders. Man sollte für solche Urlaube aber auch gerne Auto fahren.  Gott sei Dank, das dass meine Kinder auch gerne tun. Wir sind zwischenzeitlich so gut im packen /umpacken und weiter reisen. Den Camper haben wir am folgenden Tag nochmal aufgeräumt , Wasser entleert und von Sand befreit und wieder zurückgegeben. Wie immer, lief alles glatt. Es wird bestimmt nicht der letzte Urlaub dieser Art sein, das haben wir uns geschworen. Die Kinder sind so traurig und hätten gern selbst so einen Bus für den Urlaub. Immerhin gab es so viele Muscheln und Entdeckungen, da müssen wir fast noch einmal los. Sagen die Kids ganz unabhängig voneinander. 

Als Familie haben wir diesen intensiven Urlaub sehr genossen, auch die viele Zeit mit den Kindern (trotz streiten 😉 )  und konnten auch mal vom Alltag abschalten. Wir haben so viele tolle Menschen kennen gelernt, die wir unbedingt wieder treffen wollen. Wir haben so viel Inspiration aufgesaugt, dass für uns das definitiv der Urlaub des Lebens war. 

Schliesslich machen wir immer wieder anders Urlaub, so lange wir uns bereits kennen. Vom All – Inclusiv bis jetzt zum Campen. Bisher hat uns – und für die Kinder – das hier am besten gefallen. Weil wegen der Vielschichtigkeit es allen sehr gut gefallen hat. Ein bisschen Programm für Kinder und die Eltern. 

Ich musste für diesen Blogartikel immerhin 1000 Bilder sichten, verändern, komprimieren und die besten vor allem aussuchen. Als Camper so etwas langfristig öfter zu tun, oder andere Familien auf diesem Weg mit zu begleiten könnten wir uns ebenfalls sehr gut vorstellen. Wir sind wieder irgendwann dabei. Irgendwann wird es wieder so einen Roadtrip Artikel geben. Ich bin geflasht und voller Tatendrang für weitere tolle Projekte privat wie auch beruflich. Aber auch hier sage ich : Dazu später mehr 🙂 

Es lohnt sich wirklich mal auf diese Art einen Camper zu mieten auch wenn es nur zum ausprobieren ist. Ich hätte von mir selbst als Mensch niemals gedacht, das dieser Urlaub für mich persönlich so viel bringt. 


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