Portrait

Was regt mich eigentlich nicht auf? Ein Rant über mich selbst!

Diese Frage stellte mir mein Mann vor vielen Monaten als ich in einer Brainstorming-Phase war. Was regt mich eigentlich nicht auf? Wenn ich mich selbst von oben den ganzen Tag betrachte, bleibt gefühlt sehr wenig übrig 😃

Das geht schon morgens los, es regt mich auf, wenn ich keinen Kaffee laufen lassen kann, weil der „Kapselabwurf“ brechend voll ist oder Wasser fehlt.

Dann, wenn meine Tagescreme fast leer ist und ich sie mühsam aus der Tube drücken muss.

Weiter geht’s meistens mit einer nicht gepackten Tasche (weil ich am Vortag so müde war, oder es vergessen hatte). Es regt mich auf, wenn ich das so kurz vorm Gehen noch richten muss.  Manchmal sind es wirklich alltägliche Dinge, die sich aber ständig wiederholen.

Wieso bin ich da so absolut nicht Lernfähig? Ich könnte ja auch schon am Vortag meine Klamotten zusammen suchen, damit ich morgens länger schlafen kann. Aber irgendwie, scheine ich da in einem persönlichen Bermudadreieck zu leben und kriege es einfach nicht gebacken.

Ich denke mir „Das regt mich so auf“ und das ist mein mehrfach verwendeter Alltagsspruch.

Jetzt kommt dann noch der Staub auf dem ein oder anderen Regal dazu, der sich penetrant immer in meinem Sichtbereich befindet. Aber just in diesem Moment muss ich los zur Arbeit, also keine Chance zur Reinigung.

Wenn ich dann noch eine leere Toilettenpapierrolle auf der Halterung finde, könnte ich ja innerlich explodieren. Oooohhhhmmmmm Ich versuche dann in Gedanken die Winke Katze zu imitieren, sie winkt stundenlang gelassen vor sich hin.

Je nachdem wie mein Tag verläuft, komme ich irgendwann an den Punkt, dass ich lieber mit Steinen arbeiten möchte – ganz alleine. Ich kann mir vorstellen, dass es anderen manchmal auch so geht.

Wenn dann der Kugelschreiber nicht schreibt „regt mich das so auf“ wie schräg bedrucktes Papier. Am Nachmittag befindet sich mein innerer Monk umherspringend in einer Gummizelle.

Abends, wenn ich wieder zu Hause bin, habe ich den Staub, der mich morgens so genervt hat, wieder vergessen (was mich übrigens auch wieder aufregt, wenn es mir am nächsten Tag wieder auffällt) Vergesslichkeit und Aufreger sind eine ganz schlechte Kombination.

Aber ich habe mir ja für dieses Jahr mehr Gelassenheit vorgenommen. Ich frage mich auch, wieso ich mich auch ständig über alles aufregen muss! Immer wieder erwische ich mich dabei, wie ich mich über Kleinigkeiten so aufrege. Dieses Impulsive macht mich manchmal ganz verrückt. Es regt mich einfach nur noch auf – dass ich mich über so viele Kleinigkeiten so aufrege. Der Lauf meines Lebens sozusagen. Ich rege mich über viel zu viel Krimskrams auf, und blockiere mich selbst damit.

Dabei kann es manchmal auch so schön sein, sich aufzuregen und richtig Dampf abzulassen. Somit arbeite ich weiter an meiner Gelassenheit oder versuche es zumindest. 🙂

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