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Was ist Resilienz?

Was ist Resilienz?

Jeder kennt solche Situationen, die so unverhofft einem in die Magengrube schlagen, dass einem ganz schwindelig wird und man vielleicht sogar verzweifelt weinen musste. Im Magen zieht es extremst, die ersten körperlichen Anzeichen der totalen Überforderung macht sich breit, und dann schießt einem der Gedanke in den Kopf „Das überstehe ich niemals“. Sei es der Tod eines nahen Familienangehörigen, eine extreme zwischenmenschliche Situation oder die Trennung in der Partnerschaft. Solche Situationen kennst du auch – und während du das liest, übermannt es dich wieder – das komische Gefühl im Bauch, weil du genau an diese Situation zurückdenkst, stimmts?

Resilienz (aus dem Englischen: resilience = Spannkraft, Strapazierfähigkeit, Elastizität) beschreibt in der Psychologie die Kraft der Psyche, schwierige Situationen stressfrei zu meistern. Es soll dafür sorgen, dass wir nicht gleich zusammenbrechen.

Das Gegenstück dazu ist die „Vulnerabilität“ (Verwundbarkeit).

Natürlich wird es immer Situationen geben, die uns kurzzeitig den Boden wegziehen, das ist auch vollkommen in Ordnung. Schließlich sind wir auch nur Menschen. Die Resilienz sorgt dafür, dass wir hier ziemlich bald wieder auf die Beine kommen und „normal“ weitermachen können. Das ist manchmal einfacher gesagt, als getan.

 

Worin zeigt sich Resilienz?

Es zeigt sich in uns durch eine hohe Belastbarkeit. Es ist eine innere Stärke und bei jedem Menschen unterschiedlich ausgeprägt und bedeutet Belastungen aushalten zu können. Damit wir bei Schicksalsschlägen eben nicht komplett aus der Bahn geworfen werden. Es zeigt sich auch als Lebensmut und ist eine persönliche, optimistische Sichtweise.

Das Gemeine an dem Ganzen ist, dass man aber erst mal durch Krisen im Leben gehen muss, um an der Resilienz arbeiten zu können. Denn ohne Krisenbewältigung keine Resilienz. Also erst mal durch das tiefe Tal, ehe es wieder aufwärtsgehen kann. Hierfür gibt es viele verschiedene Modelle und Möglichkeiten (dazu werde ich vielleicht noch den ein oder anderen Blogartikel schreiben)

 

Ist Resilienz angeboren?

Nicht ganz, nur ein kleiner Teil davon. Man weiß, dass Resilienz vielmehr durch strategisches lebenslanges Lernen bei den Menschen unterschiedlich ausgeprägt ist. Man kann, wenn man das weiß, auch seinen Kindern bereits ein gesundes resilientes Verhalten beibringen.

In der Resilienzforschung weiß man heute, dass der Mensch niemals durchgehend gleich widerstandsfähig ist. Die seelischen Schutzfaktoren sind heute allerdings bekannter als vor vielen Jahren – und die Forschung geht weiter.

 

Was fördert Resilienz?

Hier gibt es bestimmte Schutzfaktoren (Faktoren die uns helfen unsere psychische Gesundheit zu erhalten) diese unterteilen sich in persönliche + soziale Schutzfaktoren.

Persönliche Schutzfaktoren

Darunter fällt die emotionale Stabilität – eine positive Selbstwahrnehmung und Selbstwirksamkeit. Auswirkungen von Positive Emotionen gehören auch dazu. Sowie ein stabiles und widerstandsfähiges Immunsystem (physisch und psychisch). Es ist der positive Umgang aus unserem selbst heraus.

Soziale Schutzfaktoren

Das sind die ökologischen Schutzfaktoren. Sie beziehen sich auf die Grundbedingungen wie Wohnraum, Ernährung und Arbeit. Aber auch soziale Beziehungen wie Freundschaft, Partnerschaft und eine gute Bindung zu Eltern.

Diese Faktoren tragen im Wesentlichen dazu bei, dass es unserer Psyche auch gut geht. Sind sie im Einklang für uns – sind wir widerstandsfähiger in Krisensituationen.

 

Die sieben Säulen der Resilienz

Zum besseren Verständnis der Resilienz gibt es ein Modell, was sich mit sieben Säulen beschäftigt. Wir können sie nutzen, um unsere eigene Resilienz zu stärken. Dieses Modell stammt von der Diplompsychologin Ursula Nuber

Optimismus –    „Die Krise ist nur vorübergehend und bald wieder vorbei.“

Akzeptanz    – „Mit Gelassenheit die Situation hinzunehmen“

Lösungsorientierung –  „Wie gehe ich mit dieser Situation um – gibt es vielleicht eine Lösung dafür?“

Die Opferrolle verlassen – „Es sind nicht immer die anderen schuld.“

Verantwortung übernehmen – „Ich werde ab sofort Verantwortung für mich selbst übernehmen“

Netzwerkorientierung – „Ein stabiles soziales Umfeld wie Freundeskreis und/oder Partnerschaft”

Zukunftsplanung    –  „Was will ich in meinem Leben unbedingt noch erreichen, tun und erleben?“

 

Resilienz ist also der Umgang in Stresssituationen. Ein strategisches Verhaltensmuster, welches Mal mehr, mal weniger gut funktioniert. Man kann Resilienz erlernen. Allerdings nicht sofort und es bedeutet auch Arbeit. Es hat viel mit Wollen zu tun und Persönlichkeitsentwicklung. Ich fand bei der Recherche zu diesem Blogartikel dieses Thema super spannend.

 

Wenn man das wirklich lernen kann – warum nicht?

 

Es tut mir persönlich gut, wenn ich in Stresssituationen gelassener bleibe und nicht gleich durchdrehe (passende Artikel währen hier der MoRüBli Januar – gehts noch und „Da alles nur noch nervt.”), denn die zeigen eindeutig, dass ich hin und wieder absolut NICHT resilient bin.

 

Ich bleibe dran, das Thema hat mein volles Interesse geweckt.

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